{"id":1009,"date":"2018-09-09T22:18:21","date_gmt":"2018-09-09T22:18:21","guid":{"rendered":"http:\/\/mostly-harmless.org\/?p=1009"},"modified":"2018-09-09T22:18:21","modified_gmt":"2018-09-09T22:18:21","slug":"habana","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mostly-harmless.org\/?p=1009","title":{"rendered":"Habana"},"content":{"rendered":"<p>Im Flughafen von Habana gibt es keine WCs beim Gep\u00e4ckband. Jetzt kenne ich sicher einige Dutzend Flugh\u00e4fen und das ist das erste Mal, dass ich das sehe. Der letzte Halbsatz hat sich seitdem schon einige Male in meinem Kopf wiederholt und es sind erst 24 Stunden vergangen. Kuba wird ein kr\u00f6nendes Ende der Reise mit vielen neuen Eindr\u00fccken, da bin ich mir sicher!<\/p>\n<p>Die Einreise nach Kuba lief problemlos, Geld konnte an Automaten in der Ankunftshalle umgetauscht werden. Jedem Automaten standen ein bis zwei Helfer zur Seite, die die Kunden bei der Bedienung unterst\u00fctzten. Ausser sie hielten grad ein Schw\u00e4tzle, in der Zeit durften die Automaten nicht verwendet werden. So waren effektiv 2 von den 4 Automaten ausser Betrieb und die Schlange entsprechend lang. Spott beiseite, ich war froh um meinen Helfer; ich versuchte 500 Euro zu wechseln und in der f\u00fcr Maschinen leider so h\u00e4ufigen, hilfreichen Art verweigerte sie meine Transaktion weil das gerade nicht m\u00f6glich ist. Mein Helfer fand schnell heraus, dass ich zuviel Geld auf einmal reingetan hatte; er starrte mich entsetzt an, als ob es v\u00f6llig absurd sei, so viel Geld wechseln zu wollen und als ob doch klar sei, dass vierhundert das Maximum ist. Also probierte ich es nochmals mit 400, was dann ging; angefeuert von meinem Helfer, der mir die anzuklickenden Tasten \u00fcber die Schulter ins Ohr rief, dr\u00fcckte ich dann anadir um mehr als 400 einzutauschen und dann er rief mir zu, jetzt hundert reinzuschieben oder zu warten oder was auch immer. Als ich mich nach 10 Minuten sportlichen Geldwechsels umdrehte, erwartete ich fast, John Cleese in einem Regisseursstuhl zu sehen und cut rufen zu h\u00f6ren. Mein Helfer erkl\u00e4rte mir zum Abschied, dass es in der Stadt auch Geldwechsel gibt mit besseren Raten. <\/p>\n<p>Mein Hostel ist in einem eher traurigen Teil der Stadt nicht unweit von der Altstadt. Die Besitzerin ist aber super hilfreich und erkl\u00e4rte mir das Geld, die Stadt und gab mir eine Liste von casas in anderen St\u00e4dten, die auch dormitorios anbieten f\u00fcr nur zehn Franken die Nacht. Mein Reiseb\u00fcro in Minca hatte mir auch einige empfohlen und so sollte ich in Zukunft auch ohne Internet gut unterkommen. <\/p>\n<p>Internet: hier\u00fcber habe ich viel verschiedenes geh\u00f6rt und die Realit\u00e4t schaut bisher so aus: es gibt flottes Internet an \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen f\u00fcr 1 Franken pro Stunde. Die Karte mit login wird an kleinen Buden des providers dort verkauft, was richtig langsam geht. 45 Minuten vor Gesch\u00e4ftsschluss war ich dort und die Schlange (hierzu komme ich gleich) war nur 5 Leute. Ich schaffte es nicht mehr rechtzeitig&#8230; Anstehen in Kuba funktioniert so: man kommt an einen Wartebereich und fragt lautstark, wer der ultimo ist. Diese Person merkt man sich und nach ihr ist man dran. Da ich jetzt der ultimo bin, teile ich das noch einmal jemand mit und ab jetzt ist warten angesagt. Das kann man dank dieses praktischen Systems \u00fcberall in der nahen Umgebung. Grosser Nachteil: man hat keine Ahnung, wie viele Leute vor einem drankommen und ob es sich lohnt, 45 min vor Ladenschluss noch f\u00fcr eine Internetkarte anzustehen.<br \/>\n(es waren nicht 5 Leute vor mir)<br \/>\nDie andere M\u00f6glichkeit an eine Internetkarte zu kommen ist der servicio rapido, den gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Locals anbieten. Man gibt ihnen 6 anstatt 5 cuc und hat sofort seine Karte. Wieso das nicht im Laden auch so geht, ist mir ein R\u00e4tsel. Die Arbeitsmoral der Dame k\u00f6nnte eine Rolle spielen; einmal in der Dreiviertelstunde knallte sie ihr Fenster zu und verliess die H\u00fctte. Ich will ihr nichts unterstellen, vielleicht hat sie ja kranke Familie, um die sie sich zur Kaffeezeit f\u00fcr zehn Minuten k\u00fcmmern muss. Dann ging ich noch in den Oberklasse &#8211; Supermarkt, wo mit cuc und nicht pesos bezahlt wird. Ein Trauerspiel: es gibt dort Eistee, Wasser, Kekse und Bohnen (in 2 kg Dosen oder getrocknet).<br \/>\nKommen wir also zum essen und trinken. Hier wusste ich, dass generell schlechtes Essen und stark variierende Preise auf mich warten w\u00fcrden. Ich sah Kaffee f\u00fcr 3 cuc oder 1 peso. Der cuc ist die Wechselw\u00e4hrung Kubas und 1:1 zum USD und 1:25 zum peso. Hier sehen wir also dass zwei Cafeterias, die eine etwas h\u00fcbscher als die andere aber nicht Welten dazwischen, einen Preisunterschied von Faktor 75 aufweisen. Die g\u00fcnstige bietet auch Pizza an; f\u00fcr 12 pesos gibt es Schinken und K\u00e4se oder f\u00fcr 14 nur K\u00e4se. Dar\u00fcber brauchte ich nicht weiter nachdenken, da Schinken no hay. Beim Herumlaufen in der Stadt sah ich noch einige andere Orte, die Pizza anboten: die teuerste hier war 7 cuc f\u00fcr eine K\u00e4sepizza, also Faktor 14 f\u00fcr Pizzas.<br \/>\nIch m\u00f6chte mich hierbei nicht \u00fcber die Preise beschweren, beide sind f\u00fcr mich voll OK. Es ist nur mega interessant, welche merkw\u00fcrdigen Effekte die Kombination von Kommunismus und Tourismus hat, wenn Touristen und Locals nicht mehr komplett getrennte Gesch\u00e4fte und Restaurants besuchen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Flughafen von Habana gibt es keine WCs beim Gep\u00e4ckband. 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